Was ist Elektrohypersensibilität?

„Eine der erstaunlichsten Überraschungen, die der menschliche Körper für uns bereithält, ist sicherlich seine Fähigkeit, auf natürliche Weise elektrische Felder auszusenden, die vor allem auf biologische Vorgänge zurückgehen. Dadurch ist es möglich, die elektrischen Aktivitäten unseres Herzens und unseres Gehirns mithilfe eines Elektrokardiogramms bzw. eines Elektroenzephalogramms aufzuzeichnen.“
Europäisches Parlament, 23.2.2009, „Bericht über die Gesundheitsproblematik in Zusammenhang mit elektromagnetischen Feldern“

Menschen, die mit körperlichen Symptomen auf künstliche elektromagnetische Felder (EMF) reagieren, sind von Elektrohypersensibilität betroffen. Die Abkürzung dafür ist EHS. Das Krankheitsbild wird auch als „elektromagnetische Hypersensitivität“ oder „Elektrosensibilität“ bezeichnet.

EHS zählt zu den Umwelterkrankungen, da der Auslöser im Umfeld begründet ist.

EHS zählt zu den Multisystemerkrankungen. Das Krankheitsbild besteht in der Regel aus mehreren Symptomen, einem Symptomkomplex. Die Symptome sind in ihrer Zusammenstellung, Stärke und Dauer unterschiedlich.

Zu den Symptomen von Elektrohypersensibilität gehören:

  • beeinträchtigter Schlaf, Schlafstörungen, Schlaflosigkeit
  • (chronische) Erschöpfung, Müdigkeit und Muskelschwäche
  • Kopfschmerzen
  • verminderte Denkleistung, Sprachfindungsstörungen, Konzentrationsmangel und Gedächtnisprobleme
  • Herzbeschwerden (hoher oder unregelmäßiger Puls, Bluthochdruck), Engegefühl oder Schmerzen im Brustbereich
  • Empfindungsstörungen (Dysästhesien) wie Kribbeln, Brennen, Taubheitsgefühl
  • Tinnitus, Ohrgeräusche; Ohrenschmerzen
  • Muskel-, Gelenk- und Nervenschmerzen
  • Schwindel, Gleichgewichtsstörungen
  • ein Gefühl von Vibrieren im Körper
  • Sehprobleme, Katarakte (Grauer Star, Linsentrübung)
  • Bauchbeschwerden, Störung der Darmschranke, Leaky-Gut-Syndrom
  • Unruhe, Reizbarkeit
  • Hautausschlag, Urtikaria (Nesselsucht)
  • Muskelkrämpfe, Epilepsie
  • Infektanfälligkeit
  • Störungen des Hormonhaushalts
  • Depression, Angst

Künstliche elektromagnetische Felder (EMF) entziehen sich unserer sinnlichen Wahrnehmung: der Mensch kann sie weder sehen, riechen, fühlen, hören noch schmecken. Spürbar sind die Auswirkungen / Symptome der künstlichen EMF. Zur Wahrnehmung von EMF siehe auch „Mensch & Umwelt – im Einfluss elektromagnetischer Strahlung“.

Auch wenn jemand keine Symptome bemerkt, finden auf zellulärer Ebene Veränderungen statt, die den Körper belasten. Nicht alle Menschen werden durch die künstlichen EMF krank und vom Beginn der Belastung bis zum Ausbruch der Erkrankung können mehrere Jahre vergehen.

Das Risiko, durch künstliche EMF zu erkranken erhöht sich bei Vorbelastungen.

    • Chemikalien, z.B. Holzschutzmittel, Kunststoffe wie PFAS (Stabile Fluorchemikalien, die in vielen Produkten wie Pfannen, Textilien oder Verpackungen verwendet werden.), Medikamente, Kontrastmittel (Gadolinum)
    • (Schwer-) Metalle, z.B.
      Blei (Luftbelastung durch Löten und Schweißen, Autoabgase),
      “Bei Kindern mit einem hohen Bleigehalt im Blut wurde ein erhöhtes Risiko für ADHS bei Mobilfunktelefonnutzung beobachtet.“ Bundestagsbericht des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung, 14.2.2023, S. 134, Mögliche gesundheitliche Auswirkungen verschiedener Frequenzbereiche
      elektromagnetischer Felder (HF-EMF)

      Quecksilber aus Zahnamalgam, Impfungen, Energiesparlampen, Fischspeisen
      Aluminium aus Verpackungen, Deos, Impfungen
      Titan zum weiß färben von Medikamenten, Süßwaren
      Tätowierfarbe enthält verschiedenste Schwermetalle.
    • Infektionen, z.B. Eppstein-Barr-Virus, Borreliose
    • eine eingeschränkte Immunfunktion
    • Verletzungen, z.B. Wirbelsäulenschäden (vor allem Halswirbelsäulen-Trauma), Rückenmarksverletzungen, Schleudertrauma, Gehirnschäden
    • Dauerstress verlangt vom Körper ein anhaltendes Ringen um das Aufrechthalten seiner Funktionen. Er führt den Körper an seine Belastungsgrenze.
    • verminderte genetische Entgiftungfähigkeit z.B. durch Genvariationen (genetischen Polymorphismen)
    • psychisches Trauma z.B. in Folge physischer oder psychischer Gewalt

 

Studien zeigen, dass sehr junge oder auch alte Individuen weniger auf oxidativen Stress reagieren können. […] Daher ist bei ihnen zu erwarten, dass vermehrt Gesundheitsrisiken auftreten.
Schweiz, Bundesamt für Umwelt, Sonderausgabe BERENIS-Newsletter Januar 2021, S. 8, Schlussfolgerungen, „Gibt es Hinweise auf vermehrten oxidativen Stress durch elektromagnetische Felder?“.

Ein Erklärmodell für Elektrohypersensibilität ist Oxidativer Stress. Für einen gesunden Erhalt der Körperzelle wird ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Oxidantien und Antioxidantien benötigt. Bei einem Übergewicht der Oxidantien stehen die Zellen unter schädigendem Oxidativem Stress.

Künstliche elektromagnetische Felder belasten den Körper des Menschen. Weitere Belastungen sind beispielsweise Lärm, Viren oder Nikotin.
Wir sind in der Lage, Belastungen mit eigenen Körperfunktionen auszugleichen, z. B. durch Schwitzen bei hoher Temperatur oder Zittern bei Kälte, und mit diesen Reaktionen wieder ein Gleichgewicht herzustellen. Der Fachbegriff dafür ist Homöostase.
Werden die Belastungen zu stark, kommt es zu Überlastung, der Mensch wird krank – das Fass läuft über.
Elektromagnetische Felder können das Fass zum überlaufen bringen. Dr. Harald Banzhaf beschreibt dies im Interview.