Verdacht auf Elektrohypersensibilität

Der Mensch hat kein Sinnesorgan, mit dem er EMF wahrnehmen kann. Trotzdem führt die Strahlung auf zellulärer Ebene zu Effekten, die in einer Beeinträchtigung des Wohlbefindens münden können (siehe → Die Erkrankung  → Symptome).  Es handelt sich hierbei nicht um eine psychosomatische Erkrankung; die Effekte finden auf der körperlichen Ebene statt (siehe → Die Erkrankung  → Biologische Wirkmechanismen  → Effekte auf das Gehirn → Effekte auf das Gewebe). Die Manifestation der Erkrankung erfolgt in ohnehin schon geschwächten Organsystemen und kann sich daher mannigfaltig auswirken. Damit erklärt sich die große Bandbreite der Symptomatiken.

Oft berichten Patienten in Arztpraxen von unspezifischen Beschwerden, andere äußern direkt die Vermutung auf eine “Elektrohypersensibilität”. Häufig haben sie eine “Odyssee” hinter sich: die Abklärung ihrer Beschwerden durch Haus- und Fachärzte ergibt keine Erklärung, geschweige denn Linderung, da EMF nicht als Ursache in Betracht gezogen werden – sie sind körperlich und emotional erschöpft, zweifeln an sich und ihrer Körperwahrnehmung.

Die Vorgehensweise zur Diagnostik und Behandlung von “Elektrohypersensibilität” ist beschrieben in den Leitlinien zur Prävention, Diagnostik und Therapie EMF-bedingter Beschwerden und Krankheiten der Europäischen Akademie für Umweltmedizin e.V.  Sie stellt lediglich einen Leitfaden dar, der auf die individuelle Situation angepasst werden muss.

EHS ist eine chronische Multisystem-Erkrankung mit komplexen Wirkmechanismen, für die es viele unterschiedliche Ursachen geben kann. De-Exposition ist Voraussetzung ist für die Genesung und die nachhaltige Wirkung von Behandlung. Betroffene können die Erkrankung auf verschiedenen Ebenen angehen, ggf. auch auf mehreren gleichzeitig:

Zunächst sollte der Körper vor „Elektrosmog“ geschützt werden, z.B. durch Abschirmung, ggf. Umzug, Verzicht auf mobile Endgeräte, o.ä. Erst wenn dies so gut wie möglich umgesetzt ist, können weitere Maßnahmen greifen.

Dazu können gehören:

  •   Orthomolekulare Behandlung, Mitochondrien-Therapie, Stoffwechsel-Behandlung
    bei Umweltgift-Belastung, u.ä.
  •   Stress-Reduktion, Achtsamkeit, Entspannung.
  •   Brain Retraining zur Regulierung der Übererregung des autonomen Nervensystems.
  •   Gesunde, entzündungshemmende Ernährung.
  •   Gesunde Lebensführung, Work-Life Balance.
  •   Bewegung, Erholung in der Natur.
  •   Seelische Stabilität.
  •   Bei Bedarf Psychotherapie, Beratung.

Fragebogen für Anamnese

Sie können hier einen Fragebogen herunterladen, den Sie im Gespräch mit Ihren Patienten unterstützend zur Anamnese verwenden können.

Weiterführende Informationen (Artikel, Literatur, Vorträge) finden Sie hier.

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