Was sind elektromagnetische
Felder ?

Elektromagnetische Felder (EMF) umfassen elektrische bzw. magnetische Gleichfelder (Frequenz 0 Hz, keine Schwingung) und Wechselfelder (> 0 Hz). Die elektromagnetischen Wechselfelder werden eingeteilt in niederfrequente Felder       (> 0 Hz bis 30 kHz, z.B. Haushalts- und Bahnstrom), hochfrequente Felder (Radiowellen 30 kHz bis 300 MHz, Mikrowellen 300 MHz bis 300 GHz; Milli- und Submillimeterwellen 300 GHz bis 3 THz), optische Strahlung (> 3 THz, Infrarot, sichtbares Licht, ultraviolette Strahlung) und ionisierende Strahlung (Röntgen-, Gamma-, Höhenstrahlung).

Oft wird die Bezeichnung EMF nur für den Frequenzbereich bis 300 GHz benutzt. Bis zum Übergang in die ultraviolette Strahlung (UV-Licht) sind diese Felder / ist diese Strahlung nicht-ionisierend.

Die Politik ist der Vorsorge verpflichtet

EMF (elektromagnetische Felder) werden von Behörden als „möglicherweise krebserregend“ eingestuft. Es bedarf dringend eines Paradigmenwechsels bzgl. der Zusammenhänge von Strahlung und den damit verbundenen Risiken. Verbraucherschutzorganisationen, Mobilfunk-Kritiker, Wissenschaftler, EMF-Fachleute, Mediziner, Heilpraktiker und viele mehr setzen sich für das Vorsorgeprinzip ein und fordern:

  • die Anerkennung von EHS als Erkrankung, deren eigentliche Ursache in der Umwelt begründet liegt
  • einen umsichtigen, regulierten Umgang mit Mobilfunk-Geräten
  • Moratorien und Technikfolgenabschätzung für Mobilfunk, insbesondere „5G“
  • die Senkung der Grenzwerte, sowie EMF-Richtlinien, die einen wirksamen Schutz gewähren
  • mehr Mitspracherecht bei der Genehmigung von Mobilfunksendeanlagen in den Kommunen
  • die Bevorzugung von Glasfaser und kabelgebundenen Lösungen
  • nachhaltige, emissionsarme und immissionsminimierende Mobilfunkvorsorgekonzepte für Kommunen, die unter Bürgerbeteiligung konzipiert und umgesetzt werden
  • den Einsatz, die Förderung und Entwicklung alternativer Technologien (OWC/VLC/LiFi)
  • den Verzicht auf WLAN in öffentlichen Räumen.

Die Belastung durch EMF nimmt mit der flächendeckenden Einführung der 5G-Technologie und der Installation von Internet-Satelliten weiter zu. Zu beiden Technologien und Anwendungen liegt keine Technikfolgenabschätzung vor. 5G wird eingeführt, ohne dass spezifische Forschnungen zu den neuen Frequenzen, neu zur Anwendung kommenden Signal-Bandbreiten und neuen Modulationen durchgeführt worden sind. Die bereits vorhandene Studienlage zu den Frequenzen 2G bis 4G ist besorgnisergegend.  Vor diesem Hintergrund setzen wir uns für das Vorsorgeprinzip ein, dem Regierungen und Behörden gemäß der Europäischen Verträge verpflichtet sind.

Magnetic field lines

Elektrische und magnetische Gleichfelder

Elektrische Gleichfelder entstehen durch eine Trennung von positiven und negativen Ladungen. Eine solche Trennung von Ladungen kann beispielsweise durch Reibung an einem nicht leitfähigen Material erfolgen. Textilien aus synthetischen Stoffen oder Gummisohlen an Schuhen sind oft die Ursache für eine statische Aufladung, die dann z.B. beim Berühren einer Autotür zu einem elektrischen Ladungsausgleich (Überschlag) führt. Das Erdmagnetfeld ist das bekannteste magnetische Gleichfeld. Aber auch mit Gleichstrom durchflossene Leiter, wie sie beispielsweise für die Versorgung von Straßenbahnen genutzt werden, erzeugen ein magnetisches Gleichfeld. Im Wohnumfeld stellt magnetisiertes Eisen, das beispielsweise in der Bausubstanz oder in Möbeln verwendet wird, für sensible Personen eine Belastung dar, da diese Gleichfelder sich mit dem Erdmagnetfeld überlagern und dieses stören bzw. verzerren.

Niederfrequente elektrische und magnetische Felder

Niederfrequente elektrische Wechselfelder entstehen als Folge elektrischer Wechselspannung in Elektroinstallationen, Steck- und Verteilerdosen, bei an das Stromnetz angeschlossenen Geräten, Lampen usw. Elektrische Wechselfelder sind auch vorhanden, wenn keine Stromverbraucher eingeschaltet sind, es reicht, dass Spannung anliegt (eine Leitung unter Spannung steht). Der menschliche Körper kann in einem solchen Feld als Antenne wirken. Somit besteht die Gefahr, dass durch elektrische Wechselfelder im Körper Wirbelströme erzeugt werden, die schädigende Auswirkungen haben können. Überall dort, wo Strom fließt, entstehen zusätzliche magnetische Wechselfelder, welche fast alle Materialien und somit auch den menschlichen Körper ohne Verluste durchdringen.

Elektrostress im Alltag
rays

Hochfrequente elektromagnetische Felder

Die aktuell zur Kommunikation und Datenübertragung eingesetzten elektromagnetischen Felder lassen sich grob in zwei Gruppen unterteilen. Frequenzen von 30 kHz bis 300 MHz werden als Radiowellen bezeichnet, und die Frequenzen darüber bis 300 GHz als Mikrowellen. Mobilfunkanwendungen, wie der Behördenfunk TETRA (370 MHz) oder die Mobilfunkgenerationen 2G bis 5G (aktuell 700 MHz bis 5,6 GHz) nutzen den Bereich der Mikrowellen. Hierbei werden die hochfrequenten elektromagnetischen Wechselfelder über Antennen abgestrahlt. Je höher die Frequenz, je kürzer die Wellenlänge, desto kleiner sind bei optimaler Funktion auch die Antennenabmessungen.

Neben den Mobilfunkbasisstationen (Antennen) stellen die mobilen Endgeräte eine dominante Quelle hochfrequenter elektromagnetischer Wellen (allgemein als Mobilfunkstrahlung bezeichnet) dar. Nahe am Körper getragene Bluetooth-Geräte erhöhen die persönliche Strahlenbelastung. Im Wohnumfeld tragen kabelloses Internet per WLAN-Router, Schnurlostelefone (DECT-Standard), Babyphones, Spielekonsolen, mit Funk ausgestattete Steuergeräte und Verbrauchszähler u.v.a.m. zur Belastung bei. Nahezu jedes neuere elektronische Gerät bietet mittlerweile eine drahtlose Schnittstelle an.

Dirty Power / Schmutziger Strom

Unter die Kategorie „Dirty Power“ fallen einerseits die von nichtlinearen Verbrauchern erzeugten Netzoberschwingungen (Vielfache der Netzfrequenz von 50 Hz). Dazu zählen beispielsweise Vorschaltgeräte von Leuchtstofflampen, Frequenzumrichter, aber auch elektronische Steuerungs- und Regelungsschaltungen. Ein weiterer Bereich der „Dirty Power“ liegt im Kilohertz-Bereich bis zu 100 kHz. Besonders beim Wechselstrom-Betrieb von Motoren mit Schaltnetzteil, wie beispielsweise bei Klimaanlagen oder Kühlschränken, tritt massiv „schmutzige“ Leistung auf (sogenannte nicht-lineare Lasten). Aber auch bei der Nutzung von Haushaltsgeräten, wie Fernsehgeräten und Mikrowellenherden sowie von Büroausstattungen, wie Computer, Drucker, Scanner, treten diese „Verunreinigungen“ auf. Dabei überlagern sehr schnelle Spannungsänderungen, verursacht durch die Geräteelektronik, die sinusförmige Netzspannung.

Elektrostress im Alltag

Praktische Tipps für den Elektrosmog-freien Alltag

Einerseits können Sie an Wohn- und Arbeitsplatz Vorkehrungen treffen, um EMF-Quellen zu identifizieren und zu reduzieren. Um sich selbst helfen zu können, sollten Sie sich über die technischen und medizinischen Zusammenhänge gründlich informieren und ggf. Experten zu Rate ziehen, zum Beispiel bei Verbraucherschutzorganisationen, Selbsthilfegruppen, Baubiologen o.ä. Im Weiteren finden Sie eine Auswahl der wichtigsten Maßnahmen.

Vermeiden Sie, dass Elektrosmog dauerhaft auf Ihren Organismus einwirkt – das ist das Beste, was Sie tun können. In strahlungsarmer Umgebung kann sich Ihr Körper regenerieren. Idealerweise gehen Ihre Symptome zurück – beides hängt von der Intensität und Dauer der Exposition ab, bzw. davon, wie stark Ihr Immunsystem geschwächt ist. Eventuell brauchen Sie viel Geduld. Vermeiden bzw. minimieren Sie auch Ihre Belastung durch andere Stressoren: Dazu gehört z.B. die Vermeidung von Giftstoffen im weitesten Sinne (wie Schwermetalle, Biozide, Schimmel o.ä.); von physikalischem Stress (wie exzessivem Training, Lärm o.ä.); von biologischen Stressfaktoren (wie chronischen Infekten, abgestorbenen Zähnen o.ä.); von psychosozialem Stress (Streit usw.) oder von belastender Ernährung. Ermöglichen Sie Ruhe, Regeneration und Schlaf.

Communication

Elektrosmog im Umfeld reduzieren

Ratgeber Elektrostress im Alltag

Detaillierte Informationen

Elektrosmogbelastungen im eigenen Umfeld zu erkennen und zu reduzieren ist nicht schwer.

  • Was können Sie gegen den durch Elektrosmog ausgelösten Elektrostress in den eigenen vier Wänden oder an Ihrem Arbeitsplatz tun?

  • Wie können Sie Elektrosmogquellen selbst erkennen?

  • Wie sieht ein bewusster Umgang mit Mobiltelefonen aus?

  • Wie schützen Sie Ihre Kinder vor Elektrosmogbelastungen?

Die wichtigsten Antworten auf diese Fragen finden Sie unter der Rubrik „Elektrosmog im Umfeld reduzieren“.

Der aktuelle Ratgeber „Elektrostress im Alltag“ von diagnose:funk bietet darüber hinaus vertiefende Hinweise und Handlungsempfehlungen.